TikTok im B2C-Marketing

Für viele Unternehmen wirkt TikTok im B2C-Marketing erstmal gar nicht so interessant. Da tummeln sich doch nur junge Leute, die auf einfaches Entertainment abfahren. Wir sagen: Ganz genau! Mehr Potenzial für Unternehmen und ihr B2C-Marketing geht kaum.

 

WAS KANN TIKTOK ÜBERHAUPT?

Zugegeben, TikTok ist nicht für seine komplizierten und aufwendigen Inhalte bekannt, für die man erstmal eine Ausbildung in Sachen Schnitt und Videobearbeitung hinter sich bringen muss. Trotzdem können sich die Ergebnisse sehen lassen. Wir als Filmproduktion müssen es ja wissen und denken: Ziemlich guter Content, den Amateure da abliefern. TikTok ist kinderleicht. Im Handumdrehen kann man kleine Videos zu echten Unikaten verwandeln, mit Video- und Soundeffekten untermalen und jeder hat die Möglichkeit, sich kreativ auszuleben. Zwischen 15 und 60 Sekunden lange Videos zu allen erdenklichen Themen sind auf der Plattform vertreten. Die meisten Nutzer sind jünger als 30 – also genau die Generation der Digital Natives, die man hier als Zielgruppe für B2C-Marketing optimal ansprechen kann. Hinzu kommt ein riesiger Vorteil von TikTok gegenüber anderen Plattformen: Nirgendwo sonst kann man so schnell so viel Reichweite aufbauen. Anders als bei Instagram, Facebook & Co. ist die Followerzahl dabei nicht entscheidend. Wer mit einer kreativen Idee den Geschmack der Nutzer trifft, kann eine virale Reichweite erzielen.

 

WIE KANN MAN TIKTOK ALS UNTERNEHMEN NUTZEN?

TikTok ist sowohl im B2B- als auch im B2C-Marketing interessant. Das hat verschiedene Gründe. Über die Vorteile von TikTok als B2B-Plattform haben wir übrigens hier schonmal einen Blogpost verfasst. Doch auch im B2C-Marketing ist die App spannend. Generell gilt für jedes soziale Netzwerk: Sinnvoll ist die Bespielung nur dann, wenn dabei konkrete Ziele verfolgt werden und die Zielgruppe die Plattform auch nutzt. Bedeutet also, dass TikTok nur für diejenigen in Frage kommt, die von der Plattform in Bezug auf ihre Unternehmensziele profitieren und deren Zielgruppe sich im Alter von 16 bis ungefähr 30 Jahren eingliedert. Wie überall gibt es auch hier natürlich Ausnahmen. Dennoch ist TikTok eine verhältnismäßig junge Plattform. Sind diese Kriterien erfüllt, bietet TikTok verschiedene Möglichkeiten für erfolgreiches Marketing. Hier unterscheidet man zwischen Owned Media, Earned Media und Paid Media.

 

OWNED MEDIA

Unter Owned Media versteht man den „Folge ich“-Feed, den jeder User individuell anpassen kann. Hier werden ihm Inhalte von denjenigen Accounts angezeigt, denen er auch folgt. Hier ist allerdings zu beachten, dass TikTok eine content-orientierte Plattform ist. Das heißt, anders als beispielsweise auf Instagram stehen hier nicht die User, sondern der Content im Vordergrund. Der sogenannte „Für dich“-Feed wird auf TikTok deutlich mehr genutzt, hier bekommt der User sämtlichen Content angezeigt, der für ihn interessant sein könnte ­– unabhängig von den zugehörigen Accounts. Verbreitet werden die Inhalte über Likes, basierend auf diesen bekommt der User dann ähnliche Videos vorgeschlagen. Smart.

 

EARNED MEDIA

Earned Media bezeichnet den Fokus auf die geposteten Inhalte. Die Startbedingungen bei TikTok sind nämlich nicht mit denen auf Facebook oder Instagram zu vergleichen. Wer hier einen Account eröffnet, muss nicht die erste Zeit damit verbringen, zwanghaft Follower zu generieren. Der Inhalt der Videos ist entscheidend. So kann auch mit 0 Followern das erste Video, das man hochlädt, viral gehen und Millionen von Menschen erreichen. Bedingung ist nur, dass das Video gut ankommt. Viele Likes führen zu viel Reichweite. Dafür muss man kreativ, innovativ und unterhaltsam sein. So verbreiten sich die Inhalte schnell. Das Ziel bei TikTok sind also Views und Likes, nicht Follower.

 

PAID MEDIA

Reichweite kann man auf TikTok, genau wie bei anderen Plattformen auch, natürlich auch mit Geld kaufen. Das nennt sich Paid Media. Wer gezielt eine bestimmte Zielgruppe erreichen will, kann dabei unterschiedliche Placements nutzen oder auch auf Influencer Marketing setzen. Bekannte, reichweitenstarke TikTok-Accounts bauen dann die Werbung in ihren Content ein. Außerdem gibt es sogenannte Branded Hashtag Challenges, in denen man als Unternehmen zur Nutzung eines Hashtags aufrufen kann. So hat es beispielsweise H&M gelöst: Eine Challenge wurde ins Leben gerufen, in der User unter einem bestimmten Hashtag Outfits aus der neuesten Kollektion präsentieren sollten. Durch den direkten Link in der Challenge-Beschreibung gelangten die User direkt auf die Landingpage der Kollektion und konnten so mühelos die Outfits shoppen. Mit dieser Aktion hat H&M etwa 134 Millionen Aufrufe generiert.

 

EIN ERFOLGSGARANT?

TikTok hat sehr viel Potenzial, muss aber auch verstanden und richtig genutzt werden. Ratsam ist es zum Beispiel, Content gezielt für TikTok zu produzieren, anstatt lediglich vorhandene Materialien von anderen sozialen Netzwerken zu übernehmen – diese sollten, wenn überhaupt, zumindest passend für TikTok aufbereitet werden. Besonders im B2C mit einer relativ jungen Zielgruppe ist die Plattform ein sinnvolles Tool mit riesigem Potenzial. Unternehmen wie Red Bull oder Nike machen’s vor und sind bereits TikTok-Profis. Man muss sich nur mit der Zielgruppe auseinandersetzen – das bedeutet, der Content muss aktuell, trendorientiert und unterhaltsam sein. Creativity wins. Wer das schafft, kann mit TikTok im B2C-Marketing richtig durchstarten. Wir haben übrigens auch schon einen Account. Den könnt ihr hier abchecken.

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